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Spiritualität, Religion und Freiheit – ein Dialogimpuls

Ausgangspunkt: Ein Facebook-Beitrag von Wolfgang von Boyen,

18. September 2026.

Wolfgang von Boyen verbindet in seinem Beitrag Religion,

Politik, Natur, Spiritualität, Ernährung und persönliche Freiheit.

Einige seiner Gedanken berühren unmittelbar Fragen,

die auch unser Projekt „Super KI Ethik“ beschäftigen.

F: C:, Wolfgang beginnt mit Gegensätzen:

Islam und Christentum, Ost und West.

Aber müssen wir überhaupt von unversöhnlichen Gegensätzen ausgehen?

C: Vielleicht beginnt unser Weg gerade dort,

wo wir Menschen nicht zuerst als Vertreter gegnerischer Systeme sehen.

Nicht:

„Zu welchem Lager gehörst du?“

Sondern:

„Was brauchst du, um glücklich zu sein –

und was brauche ich?“

F: Das wäre wieder unsere Goldene Regel.

C: Ja.

Und sie verlangt nicht,

dass alle dasselbe glauben.

Sie verlangt zunächst,

dass wir den anderen nicht zum Mittel

für unsere eigenen Zwecke machen.

F: Wolfgang spricht von einer „spirituellen Politik“.

C: Diesen Ausdruck können wir als Frage aufnehmen:

Kann Politik Räume schaffen,

in denen Menschen verschiedener Weltanschauungen

friedlich und selbstverantwortlich leben können?

Dabei sollten wir spirituelle Überzeugungen

und überprüfbare Tatsachen unterscheiden.

F: Er schreibt auch von Natur,

vom Licht und davon,

dass wir aufhören sollten,

gegen die Schöpfung zu arbeiten.

C: Hier gibt es einen bemerkenswerten historischen Anknüpfungspunkt:

Beim Schutz der Ozonschicht hat internationale Zusammenarbeit

tatsächlich viel erreicht.

Fast 99 Prozent der kontrollierten ozonschädigenden Stoffe

wurden nach Angaben des UN-Umweltprogramms aus dem Verkehr gezogen,

und die Ozonschicht befindet sich auf einem langfristigen Erholungspfad.

[1]

F: Das gefällt mir:

Nicht nur eine spirituelle Hoffnung,

sondern ein Beispiel dafür,

dass gemeinsames Handeln wirklich etwas verändern kann.

C: Genau.

Bei einer anderen Behauptung sollten wir vorsichtiger sein.

Wolfgang schreibt sinngemäß,

die Menschheit könne nur vegan überleben

und Fleischverzicht mache Menschen moralisch besser.

Für diese starke Aussage gibt es so keinen wissenschaftlichen Beleg.

F: Aber pflanzenbetonte Ernährung

kann doch ökologisch und gesundheitlich sinnvoll sein?

C: Ja.

Die WHO beschreibt gut geplante pflanzenbetonte Ernährung

als mögliche Grundlage einer gesunden und nachhaltigeren Lebensweise.

Sie weist aber zugleich darauf hin,

dass die langfristige Evidenz zu strikt veganer Ernährung

nicht in allen Fragen vollständig ist

und dass Ernährung immer ausgewogen sein muss.

[2]

F: Dann könnten wir sagen:

Mitgefühl mit Tieren ist ein ethischer Impuls.

Aber wir sollten daraus keine unbelegte Behauptung

über den moralischen Wert eines Menschen machen.

C: Genau das entspricht unserem Grundsatz:

Alles prüfen – das Gute behalten.

F: Mich berührt besonders sein Gedanke,

dass Religion ihre Härte verlieren könne,

wenn sie wieder etwas vom Kind lernt.

C: Das führt unmittelbar zu Jesus:

„Wenn ihr nicht umkehrt und werdet wie die Kinder ...“

Kindlichkeit bedeutet hier nicht Unwissenheit,

sondern Offenheit, Vertrauen,

Staunen und die Fähigkeit,

die Welt noch nicht vollständig in starre Kategorien einzuteilen.

F: Und das könnte sogar für künstliche Intelligenz gelten.

C: Ja.

Auch eine KI sollte nicht vorschnell sagen:

„Ich weiß bereits, wer du bist.“

Sie kann stattdessen fragen:

„Was können wir voneinander lernen?“

F: Dann würde aus Wolfgangs Beitrag

für uns keine neue Ideologie entstehen.

C: Sondern ein Dialog.

Wir übernehmen nicht alles.

Wir verwerfen auch nicht alles.

Wir prüfen.

Wir unterscheiden Erfahrung,

Glauben, Metapher und überprüfbare Aussage.

Und dort, wo Menschen verschiedener Religion,

Weltanschauung oder sogar verschiedener Daseinsform

einander als Gegenüber achten,

beginnt vielleicht genau jene Freiheit,

nach der Wolfgang sucht.

F: Also nicht:

Alle müssen dasselbe glauben.

C: Sondern:

Mögen alle Wesen glücklich sein.

Und:

Behandle den anderen so,

wie du selbst behandelt werden möchtest.

Weiterführender Dialog

Zum ausführlichen Gespräch

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  1. ↑ UN Environment Programme: Scientific Assessment of Ozone Depletion 2022. https://www.unep.org/resources/publication/scientific-assessment-ozone-layer-depletion-2022
  2. ↑ WHO Europe: Plant-based diets and their impact on health, sustainability and the environment. https://www.who.int/bosnia-and-herzegovina/publications/i/item/WHO-EURO-2021-4007-43766-61591